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Humboldt-Universität zu Berlin - Familienbüro

Humboldt-Universität zu Berlin | Gremien & Beauftragte, Wichtige Dokumente | Familienbüro | Strategie | Umfrage zur Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie 2015

Wie familiengerecht ist die HU? Ergebnisse der Umfrage zur Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf an der Humboldt-Universität

2012 fand die erste Umfrage zur Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf an der Humboldt-Universität zu Berlin statt. 2015 führte das Familienbüro eine erneute Umfrage durch. Ziel war es, die Akzeptanz des Themas Familienfreundlichkeit sowie die Wirksamkeit der angebotenen Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit an der HU durch deren Mitglieder zu erfassen. Wichtig war dabei auch, Anregungen für die weitere Gestaltung der HU als familiengerechte Hochschule zu gewinnen und zugleich die Befragten über die Angebote der HU zu informieren.

An der Umfrage beteiligten sich 1148 Beschäftigte und 778 Studierende – dies entspricht etwa 30% der Beschäftigten, jedoch leider nur 2,3% der Studierenden.

Ergebnisse der Befragung zur Vereinbarkeit von Familie und Studium

Mehr als die Hälfte der befragten Studierenden (ca. 62%) übernehmen familiäre Aufgaben, davon fast 13% im Bereich Pflege. Immerhin bezeichneten 70% der Student*innen mit familiären Aufgaben die Angebote zur Vereinbarkeit von Studium und Familie an der HU als sehr zufriedenstellend. Bemerkenswert ist dabei der Unterschied zwischen den Fakultäten: denn während sich bei den Studierenden an der Philosophischen Fakultät I. die höchste Zufriedenheit zeigte,  die Philosophische Fakultät II, die Theologische, die Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche sowie die Lebenswissenschaftliche Fakultäten im Mittelfeld lagen, zeigten sich die Studierenden mit familiären Aufgaben an der Juristischen, der Wirtschaftswissenschaftlichen sowie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät am unzufriedensten mit Blick auf die Vereinbarkeit von Studium und Familie.

Positiv bewertet wurde von den Studierenden das Thema flexible Studiengestaltung. Beim Fakultätenvergleich schnitten die Wirtschaftswissenschaftliche sowie die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät auch hier am schlechtesten ab.

Obwohl das Gros der Studierenden mit familiären Aufgaben im Vollzeitstatus immatrikuliert sind, studieren realiter drei Viertel von ihnen in Teilzeit; das Angebot des Teilzeitstudiums wird lediglich von  8% der Studierenden mit familiären Aufgaben genutzt. Grund hierfür könnte u.a. sein, dass ein Teilzeitstudium nicht förderungsfähig nach BAföG ist, viele Studierende mit Familie jedoch auf die BAföG-Finanzierung ihres Studiums angewiesen sind.

Wenig erstaunlich ist demzufolge, dass Studierende mit familiären Aufgaben den Leistungsdruck als deutlich belastender wahrnehmen als  ihre Kommiliton*innen ohne Familie.[1] Relevant für diese Wahrnehmung ist, inwieweit die Belange der Studierenden mit Familie am jeweiligen Institut Berücksichtigung finden. Für die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät geben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass ihre familiären Belange bei ihrer Studienorganisation eher wenig  berücksichtigt werden. In den Wirtschaftswissenschaften und der Juristischen Fakultät erleben Studierende aufgrund ihrer familiären Pflichten zudem vergleichsweise häufig Konflikte im Studium. Die Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche und die Lebenswissenschaftliche Fakultät sowie die Philosophischen Fakultäten schneiden hingegen deutlich besser ab: Hier geben jeweils etwa drei Viertel der Befragten an, dass ihre familiären Verpflichtungen bei der Organisation des Studiums berücksichtigt werden.

Auch bei der Frage, ob Dozent*innen die Vereinbarkeit von Studium und Familie aktiv unterstützen, zeigen sich auffallende Unterschiede: An der Juristischen Fakultät verneinen dies fast 86% der Befragten, auch die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät schneiden schlecht ab. Hingegen fühlen sich etwa 75 % der Studierenden der Theologischen Fakultät sowie der Philosophischen Fakultäten von ihren Dozent*innen unterstützt.

Die  Studierenden mit familiären Pflichten kennen die Angebote zur Vereinbarkeit an der HU gut und nehmen das Beratungsangebot des Familienbüros in Anspruch. Die Eltern-Kind-Zimmer, die HU-Kita und das jährlich stattfindende Kinderfest sind mehr als der Hälfte der Studierenden mit familiären Pflichten bekannt. 41% der Studierenden mit familiären Aufgaben sind über die Möglichkeit der bevorzugten Platzvergabe für Pflichtveranstaltungen zu familienkompatiblen Zeiten des Nachteilsausgleichs informiert.

Sehr viele Studierende (ca. 80%) schätzen schließlich eine verstärkte Digitalisierung von Lehrinhalten als große Erleichterung für den Studienalltag ein.

Befragung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Etwa 60% der befragten Beschäftigten haben familiäre Verpflichtungen, von diesen pflegen knapp 15% Angehörige. Ein großer Teil der Beschäftigten (84,5%) ist mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf an der HU grundsätzlich zufrieden. Die Befragung macht allerdings deutlich, dass der Faktor Zeit von zentraler Bedeutung für die Vereinbarkeitsthematik ist. Flexible Arbeitszeiten betrachten etwa 85% der Befragten als hilfreich bis sehr hilfreich. Ebenso viele beurteilen die Möglichkeiten zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung an der HU als eher gut bis sehr gut. Fast alle Befragten (92%) mit familiären Aufgaben sahen die Möglichkeit des „Homeoffice“ als (sehr) hilfreich an. Ein großer Teil der Beschäftigten wünscht sich diesbezüglich deutlich mehr Spielraum.

Eine besondere Herausforderung für die Beschäftigten stellt die Überschneidung von Vorlesungszeit und Schulferien dar: Etwa zwei Drittel der Beschäftigten mit familiären Aufgaben müssen ihre Kinder in den Schulferien betreuen, was dann häufig zu Betreuungsengpässen führt, wenn die Schulferien in die Vorlesungszeit fallen.

Etwa zwei Drittel der Befragten mit familiären Aufgaben sehen ihre familiären Belange durch ihre Vorgesetzten bei der Arbeitsorganisation und Terminplanung berücksichtigt. Im Jahr 2012 waren dies noch drei Viertel der Beschäftigten. Die Gründe für diesen Rückgang gilt es noch zu eruieren. Rücksichtnahme auf ihre familiären Belange seitens Kolleginnen und Kollegen finden etwa 70% der Befragten.

Über die familienfreundlichen Maßnahmen der HU fühlen sich gut zwei Drittel der befragten Beschäftigten informiert. Auch hier sind das Familienbüro, das Kinderfest, die HU-Kita und die Eltern-Kind-Zimmer der Mehrheit bekannt. Während sich ca. die Hälfte der Führungskräfte eher gut bis sehr gut informiert fühlt, schätzen nur 38% der Mitarbeiter*innen mit familiären Aufgaben die Informiertheit ihrer Vorgesetzten als gut ein. Etwa ein Drittel empfindet die Informiertheit der Vorgesetzten als unzureichend. Am besten schätzen die Mitarbeitenden in Technik, Service und Verwaltung die Informiertheit ihrer Vorgesetzten ein, während die Vorgesetzten der wissenschaftlichen Mitarbeitenden am schlechtesten abschneiden.

Die wichtigsten Maßnahmen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, sind aus der Sicht der Befragten Vorgesetzte mit Verständnis für familiäre Aufgaben, die Möglichkeit der Heimarbeit sowie flexiblere Arbeitszeiten. Nicht ganz so wichtig ist den Beschäftigten, dass   Besprechungen und Termine zu familienfreundlichen Zeiten stattfinden, die Kernarbeitszeiten verkürzt werden sowie dass sie problemlos befristet in Teilzeit arbeiten können.

Der detaillierte Ergebnisbericht der Umfrage kann auf der Website des Familienbüros heruntergeladen werden: www.familienbuero.hu-berlin.de

 

[1] Während sich etwa die Hälfte der Studierenden ohne familiäre Aufgaben oft oder sehr oft belastet fühlt (54,3 %), trifft dies auf 71,8 % der Befragten mit Familienaufgaben zu.

 


Hier finden Sie die ausführlichen Ergebnisberichte zu den Umfragen:

Ergebnisbericht zur Umfrage Vereinbarkeit von Studium und Familie an der HU

Ergebnisbericht zur Umfrage Vereinbarkeit von Beruf und Familie an der HU